Berichte aus dem Kloster Bonlanden

Vorwort

Herzlich willkommen auf dieser Seite über das Kloster Bonlanden und mein Leben dort. Für alle, die mich nicht kennen und sich wundern, warum auf der Seite der Seelsorgeeinheit Neckarsulm Berichte aus einem Kloster im Landkreis Biberach stehen, möchte ich mich kurz vorstellen.

Ich bin Lea Wasser, stamme ursprünglich aus Bad Friedrichshall und bin 2011 nach dem Ende meines Studiums nach Neckarsulm gezogen, wo ich auch bis März 2017 in der IT Branche arbeitete. Je länger ich in Neckarsulm war, desto mehr wuchs ich in das Gemeindeleben der Kirchengemeinde St. Dionysius und der Seelsorgeeinheit Neckarsulm hinein.

Irgendwann spürte ich jedoch, dass mir das Ehrenamt nicht ausreicht und habe mich für einen heutzutage etwas ungewöhnlichen Schritt entschieden – ich ging ins Kloster um Franziskanerin zu werden.

Seit dem 01. Mai 2017 lebe ich nun im Kloster Bonlanden und werde von dort aus immer mal wieder berichten um vom heutzutage eher fremd gewordenen Leben im Kloster zu erzählen, diesen wunderbaren Ort Bonlanden bekannter zu machen und um mit meiner Heimatgemeinde in Kontakt zu bleiben.

 

 



 

Heute endet mit der Taufe des Herrn die Weihnachtszeit. Es war eine für mich eine sehr spannende, abwechslungsreiche und bewegende Zeit hier in Bonlanden. Zugleich gab es auch ruhige und stille Momente, in denen man dem eigentlichen Kern des Festes auf den Grund gehen konnte. Besonders schön fand ich, dass Weihnachten nicht nach den beiden Feiertagen quasi vorbei war und man auf das nächste Fest (Silvester) wartete, sondern dass die Weihnachtszeit bis heute wirklich voll ausgeschöpft und gelebt wurde. Neben den vielen Krippen, von denen einige Exemplare in der Bildergalerie unten zu sehen sind, trug in meinen Augen vor allem das Stundengebet mit den weihnachtlich geprägten Texten und Antiphonen dazu bei.

Heiligabend

Begonnen hat die Weihnachtszeit mit einer ganz normalen Vorbereitungsarbeit: ich habe am 24.12. meinen Weihnachtsbaum geschmückt. Am Nachmittag wurden wir in unserem Innenhof von einer Gruppe Alphornbläser auf den Heiligen Abend eingestimmt. Anschließend beteten wir eine besonders schön vorbereitete Vesper in Hauskapelle, in der man eher in der Stille auf das eigentliche Weihnachtsgeschehen aufmerksam gemacht wurde.

Vor dem typischen Abendessen (es gab Kartoffelsalat und Bratwürste) war noch gemeinsame Bescherung im Refektorium mit einer Weihnachtsgeschichte. Nachdem wir uns im Anschluss an diese schöne Geschichte frohe Weihnachten gewünscht und gegessen hatten, wurde noch die Christmette in unserer Klosterkirche gefeiert. Diese endete traditionell mit „Stille Nacht“.

Weihnachtsfeiertage

Die beiden folgenden Feiertage ähnelten sich ziemlich. Am Morgen wurde die Laudes und abends die Vesper gebetet, um 9 Uhr war Eucharistiefeier in der Klosterkirche, dazwischen gab es festliches Essen und am 1. Feiertag wurde noch am Nachmittag gemeinsam Kaffee getrunken. Die Zeit dazwischen nutzte ich für ausgedehnte Spaziergänge und für Unterhaltungen mit meiner Mutter, die über Weihnachten zu Gast war.

Gartenarbeit

„Zwischen den Jahren“ war für mich normale Arbeitszeit im Garten. Ja, es gibt immer noch Arbeit im Gartenbereich. Es wird zwar weniger, aber so können wir diese ruhigere Zeit nutzen, um alles für die kommende Saison vorzubereiten. Außerdem haben wir noch Gemüse eingelagert, das wir für Bestellungen richten müssen und unsere drei Gewächshäuser sind voller Salate, Spinat und Kräuter. Auf dem Bild hier ist unser letzter Lauch zu sehen und in der Bildergalerie unten kann man noch ein paar außergewöhnliche Exemplare aus dem Garten bewundern.

Silvester und Neujahr

Am letzten Tag des Jahres 2017 begleitete ich eine Gruppe, die über den Jahreswechsel bei einer Schwester zu Gast war, bei ihrer Wanderung zur Bergkapelle im Nachbarort Erolzheim. Diese Kapelle ist nicht nur wegen der tollen Aussicht sehenswert.

Abends fand in unserer Hauskapelle eine sehr schön gestaltete Jahresabschlussandacht statt. Eine halbe Stunde vor Mitternacht versammelten sich einige der Schwestern und die Gruppe in aller Stille nochmal in der Hauskapelle. Danach half ich beim Sektausschank für die Gruppe, stieß selbst auf das neue Jahr an und konnte vom Pforteweg aus das Feuerwerk im Illertal bewundern.

Der Neujahrstag wurde mit der Laudes um 7 Uhr begonnen. In der Eucharistiefeier zum Hochfest der Gottesmutter Maria wurden uns von unserem Pater die wichtigsten Verben aus dem Evangelium für das neue Jahr mit auf den Weg gegeben:

  • staunen (alle staunten über die Worte der Hirten)
  • bewahren (Maria bewahrte alles in ihrem Herzen)
  • preisen (die Hirten kehrten zurück und priesen Gott)

Nach einem längeren Neujahrsspaziergang bei Sonnenschein begann erneut der Arbeitsalltag und auch bei uns wurde es stürmisch. Ganz in der Nähe von unseren Gewächshäusern wurde eine wunderschöne Tanne vom Sturm entwurzelt – leider zu spät, um noch als Weihnachtsbaum zu dienen. Zum Glück ist sonst nichts passiert.

Sternsinger, Haussegnung und Abschied von Weihnachten

Gestern am Hochfest der Erscheinung des Herrn waren die Sternsinger in der Eucharistiefeier zu Gast. Anschließend besuchten sie den Speisesaal und später am Tag unser Café. Vor dem Mittagessen fand noch eine Haussegnung statt. Dazu zogen die Schwestern mit Weihrauch und Weihwasser singend durch die einzelnen Stockwerkte und Gänge und segneten so die einzelnen Räume. Dazwischen gab es mehrere Stationen, an denen wir Halt machten, zum Beispiel die Küche.

Heute, am letzten Tag der Weihnachtszeit, trafen wir uns am Nachmittag noch einmal an der Krippe im Refektorium, um ein paar Weihnachtslieder zu singen und ein paar Geschichten zu hören. Die Botschaft einer dieser Geschichten lautete:

„Gottes Liebe ist nicht Kleinzukriegen.“

Mein Weihnachts...
Mein Weihnachtsbaum
Krippe im Refek...
Krippe im Refektorium
Krippe im Refek...
Krippe im Refektorium
Krippe im Refek...
Krippe im Refektorium
Krippe im Tagun...
Krippe im Tagungshaus
Krippe in der H...
Krippe in der Hauskapelle
Krippe in der K...
Krippe in der Kirche
Leckerer Nachti...
Leckerer Nachtisch am 2. Weihnachtsfeiertag
Bergkapelle in ...
Bergkapelle in Erolzheim
Krippe in der B...
Krippe in der Bergkapelle in Erolzheim
Sonnenaufgang a...
Sonnenaufgang am Fest des Hl. Johannes
Weihnachtsbaum ...
Weihnachtsbaum im Franziskushof
Weihnachtsbaum ...
Weihnachtsbaum im Franziskushof
Sonnenuntergang...
Sonnenuntergang an Silvester
Sonnenuntergang...
Sonnenuntergang an Neujahr
Raritäten im Ga...
Raritäten im Garten: Karotte
Raritäten im Ga...
Raritäten im Garten: Kartoffel in Herzform
Im Sturm entwur...
Im Sturm entwurzelte Tanne
Eine Szene in u...
Eine Szene in unserem Krippenweg: die Taufe des Herrn - das Ende der Weihnachtszeit

 

Die im letzten Beitrag erwähnte Herbergssuche sorget die Woche über dafür, dass eine Marienstatue am Nachmittag von Raum zu Raum getragen wurde. Da ich jedoch bis auf freitags am Nachmittag im Garten arbeite (oder eher im Gewächshaus und im Waschraum, um das eingelagerte Gemüse für Bestellungen zu richten), blieb für die Herberge im Formationsbereich, also im Wohnbereich der Ordensausbildung, nur gestern und heute übrig.

Daher wurde gestern Nachmittag nach Ende des Rosenkranzes im vorhergehenden Raum die Mutter Gottes zusammen mit einer Lampe in das Wohnzimmer der Formation getragen, wo wir sie mit einem Gebet und Lied empfangen haben. Nachdem die Schwestern das Zimmer verlassen haben, wurde mir plötzlich noch ein Licht in einem Glas in die Hand gedrückt mit dem Hinweis, dass es sich um das Friedenslicht aus Bethlehem handelt, das ich jetzt eine Weile bei der Mutter Gottes stehen lassen und vor der Vesper in die Hauskapelle bringen soll.

Spontan haben wir eine besondere Vesper zum Thema Frieden gestaltet und dabei am Anfang das Friedenslicht in die dunkle Kapelle getragen. Nach einer kurzen Einführung zur Friedenslichtaktion und einem meditativen Text wurde der Adventskranz mit dem Friedenslicht entzündet und die Vesper gebetet. Das Friedenslicht ziert nun die Marienstatue in der Hauskapelle. Die Marienstatue, die bei mir zu Gast war, zog heute Nachmittag nach einem Rosenkranzgebet weiter und wartet nun darauf, dass morgen Weihnachten wird.

Der Weihnachtsbaum in der Hauskapelle steht schon mal…

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!!!

In der sogenannten „besinnlichen“ Adventszeit ist auch hier im Kloster viel los und wir bereiten uns vielfältig – nicht immer nur ruhig und still - auf das Weihnachtsfest vor.

Es ist alles adventlich geschmückt und in der Hauskapelle herrscht eine ganz besondere Stimmung, wenn morgens und abends nur Kerzenlicht brennt, während es draußen dunkel ist. Vor allem in den Messen und in den Stundengebeten erkennt man an den Texten, den besonderen Hymnen und Antiphonen, dass gerade die Zeit der Vorbereitung und Erwartung auf das Fest der Geburt unseres Herrn als auch auf seine zweite, endgültige Wiederkunft ist.

Mehr Advent

Begonnen hat bei uns die Adventszeit schon eine Woche vor dem ersten Advent mit unserer Adventsveranstaltung „Mehr Advent“ am Christkönigswochenende. Auf dem festlich geschmückten und beleuchteten Klostergelände gab es viele Stände mit vielfältigen Angeboten (u.a. eine „KKK Suppe“ mit Kürbissen aus unserem Garten – KKK = „Kürbis-Kokos-Kloster“), Kinderprogramm, einen Vortrag von Schwester Teresa Zukic, Darbietungen von Chören, Schulen, Kindergärten etc. aus der Umgebung, …. Auch unser Chor Cantemus war dabei uns sang am Sonntagnachmittag in unserem Krippenweg ein paar passende adventliche und franziskanische Lieder.

Neben dem Krippenweg und diverser anderer „klassischen“ Krippen zum Kaufen oder zum Bestaunen gab es auch noch eine besondere Krippe: die weltweit längste franziskanische Krippe der Welt (siehe Bild oben). Sie wurde entlang des Pfortewegs aufgebaut und mit Informationen zu Franziskus und seinen Weggefährten sowie mit Bildern unserer Schwestern und Mitarbeiter verziert. Auch nach Ende der Veranstaltung steht die Krippe immer noch und beleuchtet jede Nacht mein Zimmer.

Insgesamt war es eine sehr schöne und gelungene Veranstaltung. Der große Aufwand beim Aufbau hat sich in meinen Augen gelohnt. Am Sonntag hat es passenderweise sogar angefangen zu schneien.

Über zu wenig Schnee können wir in dieser Adventszeit wirklich nicht klagen. Bisher habe ich an fast jedem Adventswochenende einen Kollegen früh am Morgen gesehen, der zum Schneeräumdienst mit dem Pflug kommen dufte. In der Bildergalerie unten gibt es auch ein paar Impressionen vom Kloster Bonlanden im Schnee und natürlich auch von der Adventsveranstaltung (nicht alle Bilder der Veranstaltung sind von mir. Daher an dieser Stelle an den Fotografen: danke für die Bilder und vor allem danke für den Besuch!).

Besuch vom Nikolaus

Bei solchen Wetterverhältnissen waren wir natürlich schon richtig eingestimmt auf die Adventszeit und den Besuch des Nikolaus am 06. Dezember. Zwei meiner Kolleginnen beglückten uns am Nachmittag mit ihrem Besuch als Nikolaus und sein Bote. Sie brachten uns auf ihrem Schlitten Geschenke mit – schließlich waren wir ja das ganze Jahr über immer brav gewesen – und gesellten sich anschließend (wieder in „zivil“) zu uns, während wir ein paar adventlichen Lieder sagen und dazu Punsch, Nüsse, Mandarinen, Lebkuchen und Spekulatius genossen.

Gründungsfest

Zwei Tage später gab es schon wieder ein Fest, diesmal aus zweifachem Anlass: unsere Gemeinschaft wurde 163 Jahre alt und zudem war das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, das früher auch „Mariä Empfängnis“ genannt wurde. Im Jahre 1854, an dem Tag, als dieses Dogma der unbefleckten Empfängnis Mariens von Papst Pius IX verkündet wurde, wurden die „Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis Mariens“, so der rechtlich offizielle Titel, von Faustin Mennel gegründet. Auf dem Bild unten ist die "Maria Immaculata" (lat. "die Unbefleckte") Statue zu sehen, die sich an unserer Klosterkirche befindet.

Begonnen wurde dieser Festtag mit einer feierlichen Messe. Anschließend beschäftigten wir uns an diesem Tag vor allem mit dem Thema „Ikonen“. Zuerst haben wir am Vormittag interessante Hintergrundinformationen zu Ikonen und deren Herstellung erhalten und dazu einen Film geschaut, bevor es dann am Nachmittag – nach dem Kaffee mit leckeren Torten unserer Konditorin – eine Ikonenausstellung gab. Dort wurden verschiedene von den Schwestern geschriebene Ikonen gezeigt.

¡Adios!

Wieder zwei Tage später, am zweiten Advent, gab es einen besonderen Nachmittag, da wir von den vier Schwestern aus Südamerika Abschied nehmen mussten, die einen Tag später zurückgeflogen sind. Zunächst schauten wir Bilder aus Rom an, da die Schwestern aus Südamerika zusammen mit unserer deutschen Generalratsschwester und der früheren Generaloberin eine Woche zuvor in Rom waren. Anschließend gab es noch (von mir gebackenen) Kuchen.

Cantemus im Advent

Auch der dritte Adventssonntag war nicht langweilig. Begonnen wurde mit einer Roratemesse in der Klosterkirche um 7.00 Uhr, zu der die Gemeinde aus Berkheim zu Fuß wanderte. Unser Chor Cantemus hat den Gottesdienst musikalisch umrahmt. Am gleichen Abend durften wir schon wieder singen: diesmal beim Bußgottesdienst in Berkheim.

Für die beiden Auftritte war die Probenzeit etwas knapp, da die vorletzte Singstunde etwas verkürzt wurde, da ich mit dem Chor meinen Geburtstag nachfeierte. Sie haben mir dazu ein lustiges und durchaus passendes Ständchen zur Melodie von „meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ gedichtet und mir noch eine Blume und eine wunderschöne Kerze geschenkt. Am lustigsten war jedoch die Idee, mir insgesamt 30 Geburtstagskarten einzeln zu meiner Mutter per Post zu schicken, da ich meinen Geburtstag im Heimaturlaub verbrachte. Als sie den Briefkasten öffnete, ist ihr alles entgegengeflogen... Doch auch sonst habe ich an meinem Geburtstag viele Glückwünsche und Geschenke aus Bonlanden erhalten, worüber ich mich sehr gefreut habe. Natürlich gab es das alles auch in meiner Heimat und auch darüber habe ich mich sehr gefreut, wie auch über die vielen schönen Begegnungen an meinem Geburtstag und an den anderen Urlaubstagen.

Vorbereitung auf Weihnachten

Nach meiner Rückkehr vom schönen Heimaturlaub war neben den bereits erwähnten Festen auch unter der Woche viel los. Wir hatten zum Beispiel eine sehr interessante Einführungsveranstaltung zum neuen Kirchenjahr mit dem Schwerpunkt des Markusevangeliums. Am Gedenktag Unserer Lieben Frau von Guadalupe, dem größten Wallfahrtsort der Welt, feierten wir am Morgen eine schön gestaltete Roratemesse in der Hauskapelle. In dieser Woche wird dann noch die Realschule vom Nachbarort Erolzheim ein Konzert in der Kirche veranstalten.

Seit dem dritten Advent wird bei uns auch die alte Tradition der Herbergssuche gelebt. Jeden Tag zieht am Nachmittag eine Marienstatue von einem Raum in einen anderen, wo sie einen Tag lang Herberge finden wird. Vor dem Abschied betet man gemeinsam den Rosenkranz.

Wie nahe das Weihnachtsfest schon ist, erkennt man bei uns auch daran, dass seit dem 17.12. in der Vesper die sogenannten „O-Antiphonen“ gesungen werden. Diese fangen alle mit „O“ und einer Anrede an den Messias an und enden in einem Rufen nach dem Kommen des Herrn. Begonnen wurde mit „O Weisheit“, heute folgte „O Adonai“ (=„o Herr“) und morgen "O radix Jesse".

"O Spross aus Isais Wurzel, gesetzt zum Zeichen für die Völker - vor dir verstummen die Herrscher der Erde, dich flehen an die Völker: o komm und errette uns, erhebe dich, säume nicht länger!"

Bevor das Weihnachtsfest aber wirklich kommen kann, stehen auch noch andere Aufgaben an, wie z.B. Plätzchen verteilen, Geschenke verpacken, Weihnachtsbaum aufstellen. Auf jeden Fall bin ich schon auf mein erstes Weihnachtsfest in Bonlanden gespannt.

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Gästehaus San Damiano
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Mein Gartenchef beim Schneeräumen
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Das Dorf Bonlanden im Schnee
Franziskus
Franziskus
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Schutzengel bei Nacht
Schutzengel bei...
Schutzengel bei Nacht
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Meine Geburtstagskerze vom Chor Cantemus
Der verschneite...
Der verschneite Innenhof

Schneeflöckchen, Weißröckchen

Passend zu unseren Vorbereitungen auf die Adventsveranstaltung am Wochenende lag letzten Sonntag der erste Schnee. Im Moment sind wir sehr mit dem Aufbau für unsere Adventsveranstaltung beschäftigt: die Hütten stehen schon (siehe Bild unten), wir haben auch schon diversen Schmuck wie z.B. Lichterketten in unseren Kugelakazien angebracht, aber einige kleine Details fehlen noch.

Letzte Woche sind bereits vier Schwestern aus Südamerika angekommen, um bei der Veranstaltung dabei zu sein. Drei davon kannte ich bereits vom Generalkapitel im Juli, da es sich um die drei Generalratsschwestern handelt, die mit einer Übersetzerin gekommen sind. Wir haben uns sehr gefreut uns wiederzusehen.

Gartenarbeit im Herbst

Auch wenn es manche nicht glauben können – wir haben auch noch Arbeit im Garten. Auf dem Acker befinden sich noch einige Pflanzen, die wir vor dem Frost schützen müssen. Bei den aktuellen Temperaturen müssen wir öfters warten bis das Gemüse aufgetaut ist, bevor wir es ernten dürfen. Manchmal habe ich dabei schon das Gefühl, dass mir meine Finger abfrieren (keine Sorge, ich trage schon Handschuhe, und zwar zwei Paar). Im Gewächshaus, wo wir alle zwei Wochen Jungpflanzen wie z.B. Ackersalat setzen müssen, ist es zum Glück schön warm.

Wenn die Arbeit doch mal etwas weniger ist, dann wurde ich in der Backküche zum Verpacken der von unserer Konditorin hergestellten Plätzchen, Schokoladentafeln und -figuren gebraucht, damit alles zur Adventsveranstaltung verkaufsbereit ist.

Taizé-Gebet

„Behüte mich, Gott, ich vertraue dir, du zeigst mir den Weg zum Leben. Bei dir ist Freude, Freude in Fülle.“

Letztes Wochenende haben wir mit unserem Chor Cantemus zu dessen 25-jährigen Jubiläums ein Taizé-Gebet in der Klosterkirche veranstaltet. Bei Kerzenlicht sangen wir einige bekannte und auch weniger bekannte Taizé-Lieder und wurden von den Besuchern und Schwestern dabei unterstützt.

Dazwischen gab es einige Impulse, Schriftlesungen und Gebete. Wir überlegen bereits, in der Fastenzeit wieder ein Taizé-Gebet zu veranstalten.

Heilige Elisabeth von Thüringen

Dieses Konzert fand am Gedenktag der Heiligen Elisabeth vom Thüringen statt, die in der franziskanischen Bewegung sehr verehrt wird.

Begonnen wurde daher der Tag mit „Brot und Rosen“ - es beim Frühstück schön hergerichtetes Zopfbrot und auf jedem Tisch stand eine Rose -  als Anspielung auf das legendäre Rosenwunder.

Die im 13. Jahrhundert lebende Landgräfin Elisabeth von Thüringen ist für ihre Hilfsbereitschaft und Fürsorge der Kranken und Armen gegenüber bekannt. Als sie noch auf der Wartburg an der Seite ihres Mannes lebte, ging sie eines Tages laut Legende mit einem abgedeckten Korb voll Lebensmitteln in das Dorf, um die Armen zu speisen. Als sie von ihrem Gatten nach dem Inhalt des Korbes gefragt wurde, antwortete sie „Rosen, mein Herr“. Als dieser misstrauisch in den Korb blickte, befanden sich darin wirklich Rosen.

Nach dem Tod ihres Mannes verließ die Witwe die Wartburg und zog nach Marburg, wo sie sich bis zu ihrem frühen Tod um Arme und Kranke kümmerte. In ihrem Handeln und Denken ähnelte sie der franziskanischen Spiritualität, die sie durch Franziskaner-Brüder kennenlernte. Sie gründete mehrere Hospitale, u.a. ein Hospital in Marburg, dessen Kapelle das Patronat des heiligen Franziskus bekam.

Alltag, Allerheiligen, Allerseelen und allerlei Begegnungen

Ansonsten gab es zwischenzeitlich seit den Feiertagen Anfang des Monats wirklich eine Zeit, die man als Alltag bezeichnen könnte – abgesehen vom Besuch des Schwesterntags im Kloster Reute, einer musikalischen Fortbildung mit Vorstellung eines potentiellen neuen Stundenbuchs und meinem ersten alleinigen Einsatz als Mesnerin. Allerheiligen und Allerseelen wurde bei uns übrigens getrennt gefeiert. Hier gab es am Allerseelentag nachmittags eine gemeinsame Andacht und an Allerheiligen wurde das eigentliche Allerheiligenfest mit einer Messe in der Hauskapelle gefeiert.

In dieser kurzen Woche konnte ich mich auch noch über ein paar wirklich schöne Begegnungen freuen. Meine Mutter war über die Feiertage zu Besuch und einen Tag zuvor erhielt ich noch Besuch aus Neckarsulm: Pastoralreferentin Elisabeth Schick machte eine kleine Reise durch das Oberland, um verschiedene Termine und Besuche zu erledigen. Nach einem lustigen Abend besuchten wir am nächsten Tag gemeinsam die Messe um 7 Uhr (auch wenn Elisabeth offiziell die Erlaubnis hatte auszuschlafen). Nach einem Klosterrundgang, der anschließenden Mittagshore mit einer „light-Version“ des „Engels des Herrn“ (wenn Gäste anwesend sind, wird nicht auf Latein gebetet und es gibt nur ein „Gegrüßet seist du Maria“) und dem Mittagessen verabschiedete sie sich wieder. Wie gut, dass ich von ihr erfahren habe, dass ich am darauffolgenden Sonntag in die Messe nach Rot an der Rot in die prachtvolle St. Verenakirche gehen musste. Dort erlebte ich mal wieder einen Gottesdienst wie in meiner Heimatgemeinde in Neckarsulm und freute mich über das Wiedersehen mit unserem Dekan, der aus familiären Gründen in Rot zelebrierte.

Diese schönen Begegnungen aus der Heimat lassen schon mal die Vorfreude auf den nächsten Heimaturlaub wachsen, aber bevor es soweit ist, beginnt jetzt in die heiße Phase bei unserer Adventsveranstaltung…

Nachdem ich jetzt fast eine Woche in meinem neuen Zuhause bin, möchte ich viele Grüße an meine alte Heimat Neckarsulm senden und über meinen Start hier berichten.

Ankunft

Am 01. Mai 2017 kam ich nach einem festlichen Gottesdienst in St. Dionysius am Nachmittag im Kloster Bonlanden an und wurde von allen herzlich empfangen. Abends wurde im kleinen Kreis mit den für mich zuständigen Schwestern eine Vesper zu meiner Aufnahme gefeiert und anschließend gemeinsam gegessen. Die restliche Woche hatte ich Zeit meine Zimmer (im zweiten Stock im Gebäude auf dem Bild) zu beziehen, die wichtigsten „internen“ Orte kennenzulernen (wo ist die Waschküche etc.), meine Sachen auszupacken und einzuräumen. Ab der kommenden Woche werde ich im Gemüsegarten mithelfen.

Klosteralltag

In der ersten Woche nahm ich ansonsten am normalen Klosteralltag teil, den ich aus früheren Besuchen schon gut kannte. Die Gebetszeiten bestehen in Bonlanden grob zusammengefasst aus der Laudes (Morgenlob) um 7 Uhr, dem Mittagsgebet (Montag bis Freitag) und der Vesper (Abendlob) jeweils in der Hauskapelle. Dienstag bis Donnerstag findet eine Messe zu den regulären Gebetszeiten morgens oder abends statt, samstags um 11:15 Uhr. Außerdem ist werktäglich vormittags eucharistische Anbetung. Die Eucharistiefeier am Sonntag wird zusammen mit der Gemeinde um 9 Uhr in der Klosterkirche (siehe Bild) gefeiert. Aber auch zu den anderen Gebetszeiten in der Kapelle sind Gäste jederzeit willkommen. Den Sonntagabend beschließen die Schwestern nach dem Abendessen mit der Komplet (Nachtgebet) in der Hauskapelle.

Zu den drei Hauptmahlzeiten am Tag wird gemeinsam im Refektorium gegessen. Sollte man jedoch aus beruflichen oder anderen Gründen nicht kommen können, kann man sich auch abmelden. Das gleiche gilt übrigens auch für die Gottesdienste. Außerhalb dieser Zeiten geht jede Schwester ihrer Arbeit nach. Es gibt natürlich auch noch gemeinsame Aktivitäten (z.B. Bibel teilen), von denen ich berichten werde sobald ich sie kennengelernt habe.

Chor

Gleich in der ersten Woche durfte ich zur Probe des Chors „Cantemus“ gehen, der von einer Schwester geleitet wird. Dort habe ich erfahren, dass wir gleich am kommenden Sonntag die Marienandacht mitgestalten werden und ich kannte kein einziges Lied… Ich hoffe, dass mir meine Erfahrung vom Kirchenchor St. Dionysius am Sonntag weiterhelfen wird und zum Glück gibt es ja noch die anderen Sängerinnen und Sänger.

Stiller Tag

Gleich zu Beginn konnte ich auch den sogenannten „stillen Tag“ miterleben, den es einmal im Monat gibt. Früher fand dieser Tag immer sonntags statt, im Moment wird für das restliche Jahr ausprobiert, ob der Tag besser auf den Samstag oder Montag gelegt wird.

Der stille Tag dient der inneren Einkehr - die Schwestern sollen an diesem Tag bewusst zu sich und zu Gott finden und dazu versuchen ihre Arbeit auf einen anderen Tag zu legen. Begonnen wird der stille Tag am Vorabend mit einem Impuls für den kommenden Tag anstatt der Vesper. Das anschließende Abendessen findet im Schweigen statt und auch der ganze nächste Tag wird im Schweigen verbracht bis zur Vesper, mit der ein stiller Tag endet.

Am stillen Tag selbst finden bis zur Vesper keine gemeinsamen Gebets- oder Essenszeiten statt, jede kann den Tag für sich gestalten. Man kann z.B. auch einfach den Rucksack packen und den ganzen Tag unterwegs sein.

Dieses Mal stammte der Impuls aus dem Buch Jesaja (50, 4):

„Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger.“

Über das Kloster Bonlanden:

Nachdem ich jetzt schon einiges über das tägliche Leben hier berichtet habe, wollte ich auch noch kurz das Kloster selbst vorstellen. Das Mutterhaus Bonlanden befindet sich in der Nähe von Memmingen im Landkreis Biberach, es gehört also noch zu Württemberg und somit zur Diözese Rottenburg-Stuttgart. Der offizielle Name lautet „Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis Mariens“, aber umgangssprachlich wird einfach von den „Franziskanerinnen von Bonlanden“ gesprochen.

Gegründet wurde das Kloster von Faustin Mennel nach den Regeln des Heiligen Franziskus Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Hauptaufgabe sollte die Bildung für Frauen und Mädchen sein, weshalb es auch lange Jahre ein Internat im Mutterhaus gab. In Deutschland gibt es noch zwei weitere Standorte mit Schwesternkonvent:

  • in Ulm befindet sich die katholische freie Mädchenschule mit Grund- und Realschule sowie Gymnasium
  • in Villingen-Schwenningen gibt es ein Altenheim und eine Kindertagesstätte

In der deutschen Provinz leben zurzeit knapp unter 30 Schwestern sowie ein Hausgeistlicher, der die Gottesdienste mit den Schwestern feiert. Weit mehr Schwestern leben in Südamerika, wo es Standorte in Brasilien, Argentinien und Paraguay gibt. Dort unterhalten die Schwestern mehrere Schulen und kümmern sich um die Kinder, Jugendlichen und Armen.

 

Im Mutterhaus Bonlanden gibt es heutzutage vielfältige Angebote:

  • Krippenmuseum
  • Hostienbäckerei
  • Bioland-Gärtnerei
  • Mutter-Erde-Garten (siehe Bilder oben)
  • Klosterladen
  • Klostercafé (siehe Bild)

Außerdem befindet sich hier ein Tagungszentrum, das Gästehaus San Damiano und weitere Gästezimmer in den vorhandenen Gebäuden (siehe Bilder unten), wo sowohl Einzelgäste als auch Gruppen übernachten und tagen können. Auch von den Schwestern selbst werden verschiedene Kurse angeboten wie z.B. WEG-Exerzitien, wodurch ich das Kloster Bonlanden kennengelernt habe. Neben den Schwestern sind auch etliche Angestellte in den verschiedenen Bereichen beschäftigt wie zum Beispiel in der Küche, im Tagungshaus, im Garten, in der Anlagenpflege...

Gäste sind also jederzeit herzlich willkommen!!!

Auf der Homepage vom Kloster Bonlanden können Sie noch weitere Informationen finden und hier unten befinden sich noch ein paar Eindrücke aus Bonlanden:

Gründer Faustin...
Gründer Faustin Mennel
Klosterkirche
Klosterkirche
Hauskapelle
Hauskapelle
Gästehaus San D...
Gästehaus San Damiano
Gästebereich Fo...
Gästebereich Fonte Colombo
Mutter Erde Gar...
Mutter Erde Garten
Mutter Erde Gar...
Mutter Erde Garten
Mutter Erde Gar...
Mutter Erde Garten
Mutter Erde Gar...
Mutter Erde Garten